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Alte Geschichte – (M.A.)

University of Basel

Philosophisch-Historische Fakultät
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Disziplinen:
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Bewerbungsfrist: April 30(Herbstsemester); November 30 (Frühjahrsemester)
Jährliche Studiengebühr: ≈ € 1.160 -
Location: Basel / Schweiz / Karte anzeigen ▾ Karte ausblenden ▴
Dauer: 24 Monate Beginn: Januar, September
Unterrichtsform:
  • Lehre
Studienart:
  • Vollzeit
Sprachen: Deutsch 
7.5838692,47.5585281

Lage University of Basel

Alte Geschichte behandelt einerseits die griechischen und römischen Kulturen von den Anfängen bis zum Ende der Antike nach allen Fragestellungen und Perspektiven, wie sie die Geschichtswissenschaft insgesamt entwickelt hat. Andererseits verbinden die Alte Geschichte ebenso enge Beziehungen mit den altertumswissenschaftlichen Disziplinen: Die unterschiedlichen Eigenarten der literarischen und inschriftlichen, der materiellen und Bild-Dokumente, die ihre Untersuchungsobjekte sind, führt die Alte Geschichte zum Dialog mit den sprach- und literaturtheoretischen Methoden, den bildtheoretischen und alltagskulturellen Ansätzen der anderen Altertumswissenschaften.

Zugleich bietet die Alte Geschichte ihren altertumswissenschaftlichen Nachbardisziplinen den Zugang zu den Fragestellungen und Methoden der Geschichte und erfüllt damit eine im eigentlichen Sinne transdisziplinäre Brückenfunktion. Das Interesse der althistorischen Forschung gilt zum einen den einzelnen Phänomenen
der antiken Kulturen in ihrer Eigenständigkeit und Fremdheit; noch vor wenigen Jahrzehnten konnten die griechischen und römischen Kulturen als "das uns nächste Fremde" (Christian MEIER) bezeichnet werden - inzwischen ist auch diese vermeintliche Nähe einer "Klassischen Antike" selbst zum Forschungsgegenstand geworden. Und deshalb wird im Studium der Alten Geschichte zum anderen auch den Entwicklungen und Konstruktionen der Bilder der Antike besondere Beachtung geschenkt, die seit dem Altertum und bis in unsere Zeit immer wieder neu ausgestaltet und genutzt wurden als normative Vorgabe zur Orientierung und Legitimierung in der jeweiligen Gegenwart (vgl. etwa die sich verändernden Darstellungen der athenischen Demokratie, antiker Religiosität oder des römischen Rechts).

Das Studienobjekt der Alten Geschichte bietet darüber hinaus eine einzigartige Gelegenheit, die antiken Kulturen des Mittelmeerraums in ihrer Verflechtung und in ihrem Austausch, in den Prozessen von Abgrenzung und Integration zwischen Eigenem und Fremden unter den Aspekten der Interkulturalität zu untersuchen.

Eine besondere Chance des Studiums in Alter Geschichte ist die Quellenlage: Für die Erforschung der Antike steht ein begrenztes Korpus von Quellen zur Verfügung, das gerade deswegen vertieft kritisch und umfassend befragt werden kann. Der Zwang zur Methodenreflexion lädt dazu ein, mit vergleichendem Vorgehen Erkenntnismodelle und Ansätze anderer Wissenschaftszweige (Sozialanthropologie, Politikwissenschaft, Soziologie, Sprach-, Literatur-und Bildtheorie etc.) und der Neueren Geschichte (z.B. Geschlechter-, Umwelt-, Kulturgeschichte) für die Erforschung des Altertums fruchtbar zu machen.

Alte Geschichte in Basel

In das Lehrangebot der Alten Geschichte fliessen die Forschungsschwerpunkte ein, die am Seminar für Alte Geschichte verfolgt werden. Fünf Forschungsbereiche lassen sich unterscheiden:

Beziehungen zwischen den antiken Kulturen des Mittelmeerraums: Verschiedene Forschungsprojekte, teilweise in Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen, untersuchen die unterschiedlichen Formen und Inhalte des Kulturtransfers in und zwischen den Kulturen des mediterranen und vorderasiatischen Raumes. Über die Frage nach den Beziehungen zwischen griechischer und römischer Kultur hinaus weiten diese Forschungsarbeiten die nur wissenschaftshistorisch begründete Fokussierung auf die Kulturen der "klassischen" Antike aus und stellen damit die Opposition von "Okzident" und "Orient" grundlegend in Frage.

Vergangenheitskonzepte und Gegenwartsorientierung in der Antike: Kontinuierliche Forschungsarbeiten von Seminarmitarbeitern beschäftigen sich mit griechischer und römischer Geschichtsschreibung und damit mit den Bedeutungen, die antike Kulturen ihrer Vergangenheit zumassen. Sie stellen die Frage nach dem Verhältnis von mündlicher Überlieferung und Schriftlichkeit, nach den gesellschaftlichen Vorstellungen von Vergangenheit und nach der Konstruktion und Tradierung von "sozialem Gedächtnis". Diese Untersuchungen erlauben eine Reflexion über unterschiedliche Wirklichkeitskonstruktionen der antiken Kulturen und leisten damit einen Beitrag zum für Geschichtsstudierende zentralen und epochenübergreifenden Problem des Schreibens von Geschichte.

Strukturen der Herrschaft und politische Praktiken in den griechischen und römischen
Kulturen: Die politischen Institutionen in Sparta und in der attischen Demokratie, in der römischen Republik und in der Kaiserzeit sind Gegenstand der Forschung von Seminarmitarbeitern. In kritischer Auseinandersetzung mit den traditionellen verfassungsgeschichtlichen Ansätzen wird die politische Ordnung befragt auf ihre Alltagspraxis hin und bezüglich der Konstruktion einer Ordnung, die ihre Legitimation sowohl in der Begründung durch mythische Rechtssetzer wie auch durch die kosmischen Regeln des Weltgebäudes sucht. Die auf rein institutionelle Strukturen ausgerichtete Verfassungsgeschichte wird damit ausgeweitet auf eine doppelte Perspektive, die zum einen die politischen als gesellschaftliche Praktiken und zum anderen die Machtausübung in ihren symbolischen Zeichen zu erfassen sucht.

Geschlechtergeschichte der Antike: Seit den 1980er Jahren gehören geschlechtergeschichtliche Ansätze zum festen Bestandteil der Lehre und Forschung am Seminar für Alte Geschichte. Im Zentrum der aktuellen Arbeiten stehen die Zusammenhänge zwischen Geschlechterdiskursen und politischen Praktiken sowie die Auseinandersetzung mit den poststrukturalistischen feministischen Theorien und deren Umsetzung in Methoden der Lektüre antiker Quellenmaterialien. Damit sind die Forschungen am Seminar ausgerichtet auf eine Integration der analytischen Kategorie Geschlecht in die sozialhistorischen, ökonomischen, politischen und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen der Alten Geschichte.

Wissenschaftsgeschichte und Antike-Rezeption: Die seit rund dreissig Jahren am Seminar verfolgten wissenschaftsgeschichtlichen Fragestellungen betreffen Arbeiten über die Beziehungen zwischen den unterschiedlichen (insbesondere deutschen und französischen) altertumswissenschaftlichen Forschungstraditionen im 19. Jh. und insbesondere während des Ersten Weltkriegs, die Beteiligung am internationalen Projekt der kritischen Edition der Werke von Jacob Burckhardt sowie am europäischen Forschungsprojekt Bibliotheca Academica Translationum BAT (Paris/Oxford), das die Herausbildung von nationalen Forschungstraditionen und ihre Beziehungen im 18. und 19. Jh. untersucht. Forschung und Lehre über die Rezeption der Antike im Medium des Films in den drei Phasen des Antikefilms zu Beginn und in der Mitte des 20. Jh. und erneut am Übergang zum 21. Jh. thematisieren die populärkulturellen Bedeutungen der Antike. Das Seminar für Alte Geschichte ist im Collegium Beatus Rhenanus (CBR), dem Oberrheinische Forschungsverbund Antike, mit den Instituten für Alte Geschichte und regionale Archäologie der Universitäten Freiburg i.Br., Mulhouse und Strasbourg verbunden; in diesem Rahmen werden gemeinsame Forschungsprojekte erarbeitet, und mit diesen Partneruniversitäten zusammen bieten die Basler Altertumswissenschaften den Masterstudiengang Altertumswissenschaften
(Trinationaler Master) an. Graduiertenangebote für DoktorandInnen sind
geplant sowohl im Rahmen des CBR wie auch in Zusammenarbeit mit anderen Schweizer Universitäten.


Inhalte

Schwerpunkte der Lehre und Forschung in Alter Geschichte sind:

Geschichte Griechenlands und Roms

Entstehung und Besonderheit der Polis, der athenischen Demokratie und Spartas

Hellenismus (unter bes. Berücksichtigung des Vorderen Orients)

Verfassung der Römischen Republik

Probleme der römischen Reichsbildung

Geschlechter-Geschichte der Antike

Wissenschaftsgeschichte und Historiographie

Das Programm Altertumswissenschaften bietet eine zusätzliche Gelegenheit, das Fach in besonderer Breite zu studieren. Weitere fächerübergreifende Angebote machen die Gender Studies, Jüdische Studien, Vergleichende Religionswissenschaft und MGU (Mensch-Gesellschaft-Umwelt).

Die aus kleinen Einheiten bestehenden Fächer der Altertumswissenschaften wie Klassische Philologie, Alte Geschichte, Aegyptologie, Archäologie und Ur- und Frühgeschichte erhalten durch den geplanten Zusammenzug in einem Departement grösseres Gewicht.

Anforderungen

Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudium ist ein Bachelordiplom einer von der Universität Basel anerkannten Hochschule. Die detaillierten Voraussetzungen und das Verfahren für die Zulassung sind in der Studierenden-Ordnung der Universität Basel vom 18.

Mai 2005 sowie in der Ordnung der Philosophisch-Historischen Fakultät für das Masterstudium vom 16. Februar 2006 geregelt.

Zum Masterstudium in Alter Geschichte zugelassen sind Studierende

* mit einem Bachelorabschluss der Universität Basel im Studienfach Altertumswissenschaft respektive im Studiengang Altertumswissenschaften mit Schwerpunkt Alte Geschichte,
* oder mit einem Bachelorabschluss der Universität Basel im Studienfach Geschichte, wenn mindestens 40 KP in Alter Geschichte nachgewiesen werden können,
* oder mit einem Bachelorabschluss oder gleichwertigen Studienleistungen im selben Umfang einer von der Universität Basel anerkannten Hochschule.

Für die Aufnahme des Masterstudiums im Fach Alte Geschichte ist eine Maturität mit
Schwerpunkt- oder Grundlagenfach Latein oder ein Lateinabschluss der Konvention Latinum Helveticum Voraussetzung. Neben dem Lateinobligatorium muss der Nachweis von Griechischkenntnissen auf Maturitätsniveau bzw. des Graecums erbracht werden. Sofern eineder beiden Sprachen bei der Zulassung zum Studium nicht nachgewiesen werden kann, muss der Nachweis vor Abschluss des Studiums erbracht werden.


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