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Master-Studiengang Mediation – (M.A.)

Bewerbungsfrist: Die Bewerbungsfrist für den 6.Jahrgang (Beginn: April 2012) startet am 1. Mai 2011 und läuft bis zum 31. Oktober 2011.
Jährliche Studiengebühr: ≈ € 9.600 -
Location: Frankfurt (Oder) / Deutschland / Karte anzeigen ▾ Karte ausblenden ▴
Dauer: 18 Monate Beginn: April
Studienart:
  • Teilzeit
Credits (ECTS): 60
Sprachen: Deutsch 
14.55359,52.342233

Lage European University Viadrina Frankfurt (Oder)

Im April 2012 beginnt an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) der sechste Jahrgang des postgradualen Master-Studiengangs Mediation, der in Kooperation mit dem Institut für Anwaltsrecht an der Humboldt-Universität zu Berlin angeboten wird.

Mediation ist ein in den USA schon seit Jahrzehnten bewährtes Verfahren, das zunehmend auch in Deutschland zur außergerichtlichen Bearbeitung familiärer, wirtschaftlicher, sozialer und politischer Konflikte bzw. Entscheidungssituationen eingesetzt wird.

Der Master-Studiengang umfasst sowohl eine vollständige praktische Mediationsausbildung als auch die systematische theoretische Reflexion der Materie. Neben spezifischen Mediationskenntnissen und -fähigkeiten werden auch allgemein einsetzbare Methoden der Konfliktlösung, Entscheidungsfindung und Verfahrensgestaltung vermittelt. Ab dem Ende des zweiten Semesters erfolgt zudem eine Spezialisierung in zwei Wahlfächern aus den Schwerpunktbereichen Familie, Wirtschaft, Justiz, öffentliche Planung und internationales Konfliktmanagement.

Das berufsbegleitende Studium beinhaltet zahlreiche mehrtägige Präsenzveranstaltungen in Frankfurt (Oder) und Berlin sowie die selbständige Arbeit mit internetbasierten Fernmodulen. Um eine intensive und individuelle Betreuung zu gewährleisten, werden pro Jahrgang maximal 52 Teilnehmer aufgenommen, die je nach Stand ihrer Mediations-Vorausbildung in zwei unterschiedlichen Gruppen unterrichtet werden. Eine interaktive Lernplattform und studienbegleitende Leistungsnachweise sichern den Lernfortschritt.

Besonders großen Wert legen die Veranstalter auf Interdisziplinarität und Erfahrungsorientierung im Studienangebot sowie in der Zusammensetzung der Lehrenden und Studierenden. Dementsprechend richtet sich der Studiengang an Berufstätige und Absolventen mit Hochschulabschluss aller Fachrichtungen.

Die wissenschaftliche Leitung des Studienganges liegt in den Händen von Prof. Dr. Ulla Gläßer, LL.M. (Europa-Universität Viadrina), Prof. Dr. Lars Kirchhoff (Europa-Universität Viadrina und Lehrbeauftragter für Mediation, Bucerius Law School), Prof. Dr. Stephan Breidenbach (Europa-Universität Viadrina), sowie Prof. Dr. Andreas Nelle (Humboldt-Universität zu Berlin).

Die Regelstudienzeit erstreckt sich über drei Semester und schließt mit dem akademischen Grad "Master of Arts" (M.A.) ab. Es besteht die Möglichkeit, die Anfertigung der Master-Arbeit auf ein zusätzliches, viertes Semester auszulagern.

Weitere Informationen sind unter oder unter Master-Studiengang Mediation, Europa-Universität Viadrina, Große Scharrnstr. 59, 15230 Frankfurt (Oder), Tel: 0335-5534 2317 zu erhalten.


Inhalte

AUSBILDUNGSINHALTE
Da Mediation als Verfahren der Konfliktlösung und Entscheidungsfindung aus unterschiedlichen Disziplinen schöpft und die im Rahmen der Mediation relevanten Methoden in zahlreichen Berufsfeldern Anwendung finden, ist der Studiengang interdisziplinär ausgerichtet.

Während die ersten beiden Semester der Erarbeitung (A.) allgemeiner (mediations-)theoretischer Inhalte und (B.) praktisch einsetzbarer mediativer Fähigkeiten dienen, ist das dritte Semester der (C.) Spezialisierung und professionellen Qualifizierung in individuell kombinierbaren Schwerpunkt-Fächern gewidmet. Die curricularen Inhalte dieser drei Bereiche werden im Folgenden stichpunktartig skizziert.

A. Mediations-Theorie - Allgemeiner Teil
Die Theorie-Module des Studienganges decken folgende Themenfelder ab, die für alle konkreten Anwendungsbereiche von Mediation relevant sind.

* Hintergründe und Ziele der Mediation * Konfliktverhalten und Konflikttheorie
* Traditionelle Konfliktmittlungsverfahren
* Spektrum der Konfliktbearbeitungsverfahren
* Entwicklung der Alternative Dispute Resolution (ADR) - Bewegung in den USA
* Ökonomische und spieltheoretische Hintergründe von Mediation/ADR
* Philosophische Hintergründe von Mediation
* Psychologische Hintergründe von Mediation
* Ziele und Metaziele von Mediation


* Leitideen, Grundstrukturen und Methoden der Mediation * Formen und Funktionen der Mediation
* Modelle und Methoden der Kommunikation in der Mediation
* Ethos und Haltung des Mediators
* Rolle von Recht und Gerechtigkeit in der Mediation
* Gestaltungsmöglichkeiten für (Mediations-)Verfahren
(z.B. Fallmanagement, allgemeine Prinzipien der Verfahrensgestaltung,
Einsatz von Humor, Förderung von Kreativität)


* Risiken und Grenzen der Mediation * Allgemeine ADR-/Mediationskritik
* Einfluss von Wahrnehmungsfallen und kognitiven Barrieren
* Macht und Machtungleichgewicht
* Diversität, Kulturbegriffe und Vorurteile in der Mediation
* Ethische Dilemmata und Verhaltens-Standards für Mediatoren


* Zukunft der Mediation: Institutionalisierung und Professionalisierung * Institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen der Mediation
* Berufsrecht und Mediation
* Standards für Praxis und Ausbildung
* Verankerung von Mediation in der Gesellschaft
* Neue Methoden für Mediationsverfahren (Online Dispute Resolution u.a.)
* Entwicklung einer Streitbehandlungslehre



B. Mediations-Praxis - Allgemeiner Teil
Die praktische Ausbildung befasst sich u.a. mit folgenden Themen, die zum Teil als Grundlagen während des gesamten Mediationsverfahrens relevant und zum Teil eher den einzelnen Mediationsphasen zuzuordnen sind.

Grundlagen

* Mediation als Förderung der Dialog-, Verhandlungs- und Gestaltungsfähigkeit der Parteien
* Sprachgebrauch und Kommunikation in der Mediation
* Vermittlung des Phasenmodells der Mediation
* Aktive Verfahrensführung vor dem Hintergrund der Phasenstruktur
* Akzeptanz subjektiver Wirklichkeitssichten als Grundlage der Entscheidungsfindung
* Wertschöpfung auf Prozess- und Inhaltsebene
* Fall-Management
* Besonderheiten der Co-Mediation
* Grundlagen der Moderation
* Basistechniken der Visualisierung

Phase 1: Arbeitsbündnis

* Techniken aktiver Kommunikation
* Praktische Bedeutung der Phase 1
* Eröffnungsstatement des Mediators
* Umgang mit Parteien
* Rollenklarheit / Abgrenzung zu anderen professionellen Tätigkeiten
* Ethik des Mediators
* Umgang mit Neutralität / Allparteilichkeit
* Ausfiltern ungeeigneter Fälle / Methodik der Weiterverweisung

Phase 2: Bestandsaufnahme

* Praktische Bedeutung der Phase 2
* Techniken aktiver Kommunikation
* Fragetechniken des Mediators
* Identifikation und Formulierung von Themen
* Unterstützung des Verständigungsprozesses der Konfliktparteien
* Integration von Expertenwissen

Phase 3: Bearbeitung der Konfliktfelder, Interessenermittlung

* Praktische Bedeutung der Phase 3
* Differenzierung von Positionen / Themen / Interessen / Bedürfnissen
* Erforschung, Herausarbeitung und Formulierung von Interessen
* Arbeit mit Emotionen
* Umgang mit verschiedenen Konflikt- und Eskalationsdynamiken
* Einbringen des Rechts
* Visualisierungsmethoden für Interessenprofile

Phase 4: Lösungsoptionen und deren Bewertung

* Praktische Bedeutung der Phase 4
* Techniken zur Optionenerzeugung
* Verhandlung / Verknüpfung von Interessen und Optionen
* Kreativitätsfördernde Moderationstechniken
* Bewertung von Optionen
* Visualisierungsmethoden für Lösungsoptionen

Phase 5: Lösung, Abschluss, Implementierung

* Praktische Bedeutung der Phase 5
* Verfassen eines Memorandums
* Sicherung der Nachhaltigkeit und Implementierung der gefundenen Ergebnisse
* Gestaltung des Abschlusses

C. Wahlfach-Bereiche
Das Spezialisierungsangebot des Studiengangs umfasst die folgenden Wahlfächer aus den Bereichen Familienmediation, Wirtschaftsmediation, Mediation in Staat und Verwaltung und Internationales Konfliktmanagement. (Das Zustandekommen der einzelnen Wahlfächer hängt von der Schwerpunktsetzung der jeweiligen Teilnehmergruppe ab).

Bereich Wirtschaft

* Grundlagen der Wirtschaftsmediation
* Konfliktmanagementsysteme in Unternehmen/Organisationen
* Schiedsverfahren und Mediation in internationalen Wirtschaftskonflikten

Bereich Familie

* Familienmediation (intrafamiliale Konflikte; Erbschaftsstreitigkeiten; Nachfolgefragen in Familienunternehmen etc.)

Bereich Justiz

* Gerichtsverbundene Mediation

Bereich öffentliche Planung

* Prozessdesign und mediative Projektbegleitung im Rahmen öffentlicher Planung

Bereich Internationales Konfliktmanagement

* Mediation in internationalen Friedensprozessen

Die freie Kombinierbarkeit der unterschiedlichen Module erlaubt es den Teilnehmern, ihre Wahlfacheinheiten möglichst exakt auf ihre individuellen Interessen, Berufsfelder und Zukunftsaussichten abzustimmen. Bei einer avisierten Spezialisierung auf Nachfolge-Problematiken in Familienunternehmen wäre die Kombination der Module "Familienmediation " und "Konfliktmanagementsysteme in Unternehmen und Organisationen" zu empfehlen. Strebt jemand eine Tätigkeit als Wirtschaftsmediator im internationalen Bereich an, wäre die Kombination "Grundlagen der Wirtschaftsmediation" und "Schiedsverfahren und Mediation in internationalen Wirtschaftskonflikten" naheliegend.

Anforderungen

Der Studiengang ist postgradual und interdisziplinär ausgerichtet. Demnach werden Bewerbungen aus allen Fachrichtungen berücksichtigt, wenn sie folgende Zulassungsvoraussetzungen erfüllen:

* ein Hochschulabschluss an einer deutschen Hochschule oder ein
gleichwertiger ausländischer Abschluss;
* berufs- und/oder organisationspraktische Erfahrung (Nachweis durch
eigene Darstellung, gegebenenfalls Arbeitszeugnisse und bis zu zwei
Referenzschreiben);
* ausreichende Englischkenntnisse, um wissenschaftliche Lektüre in englischer
Sprache zu verstehen. Der Nachweis kann wie folgt erbracht werden: * Testergebnis im Bereich Leseverstehen/reading von mindestens 20
Punkten im TOEFL-Computer-Test, mindestens der Note B im Cambridge
Advanced Certificate bzw. mindestens der Note 6 im IELTS oder
* Aufenthalt im englischsprachigen Ausland von insgesamt mind.
acht Wochen Dauer oder
* Schulausbildung in Englisch von mind. vier Jahren Dauer oder
* gleichwertige Nachweise;


* bei Bewerbern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, der Nachweis
von Deutschkenntnissen durch Bestehen der deutschen Sprachprüfung
für den Hochschulzugang (DSH) oder gleichwertige Nachweise.

Die Hälfte der zur Verfügung stehenden Studienplätze ist für Bewerber ohne eine bisherige praktische Mediationsausbildung, die andere Hälfte für Bewerber mit bereits abgeschlossener Mediationsausbildung vorgesehen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass absolvierte Mediationsausbildungen / Ausbildungseinheiten kostenreduzierend angerechnet werden. Bewerber mit bereits (teilweise) vorliegender Mediationsausbildung sollten deswegen in ihrer Bewerbung Ausbildungsträger und -umfang angeben sowie Art und Umfang ihrer gegebenenfalls bereits bestehenden praktischen Mediationserfahrung dokumentieren.

Sämtliche Nachweise sind schriftlich in Form einer einfachen Kopie zu erbringen, mit Ausnahme des Hochschulabschlusses, der in amtlich beglaubigter Kopie eingereicht werden muss. Amtlich beglaubigen kann jede öffentliche Stelle, die ein Dienstsiegel führt, wie z.B. Behörden oder Notare, nicht jedoch Rechtsanwälte, Vereine etc.

Die Bewerbungsfrist für den nächsten Studienjahrgang mit Beginn zum Sommersemester 2012 läuft seit dem 1. Mai bis zum 31. Oktober 2011.

Bewerbungsformulare können Sie als pdf-Datei im Download-Bereich der Homepage des Studienganges herunterladen oder bei dem

Immatrikulationsamt der Europa-Universität Viadrina,
Postfach 1786, 15230 Frankfurt(Oder),
Tel: (0335) 5534 4236/4244
anfordern.

Die Bewerbungen müssen bei der Zulassungskommission bis Ende der Bewerbungsfrist unter folgender Anschrift vollständig und in der vorgeschriebenen Form eingegangen sein:
Master-Studiengang Mediation, Zulassungskommission
Europa-Universität Viadrina
Große Scharrnstraße 59
15230 Frankfurt (Oder)


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